Er lag reglos auf dem Teppich, die Augen geschlossen, den Kopf leicht zur Seite gedreht. Von draußen hörte er das leise Wischen des Reinigungstuchs, das kurz darauf verstummte. Er wartete. Die Frau ließ das Tuch fallen.

Sie kniete sich neben ihn, sprach ihn an – erst leise, dann lauter. Keine Reaktion. Sie beugte sich vor, legte zwei Finger an seinen Hals, spürte den Puls. Dann richtete sie sich auf, griff nach ihrem Telefon und wählte den Notruf.
Während sie sprach, blieb sie neben ihm, eine Hand auf seiner Schulter. Er hörte jedes Wort. Ihre Stimme zitterte, aber sie blieb ruhig. Sie gab die Adresse durch, erklärte, dass ein Mann bewusstlos sei, aber atme.
Dann legte sie auf, öffnete die Haustür einen Spalt und kehrte zurück. Sie nahm seine Hand. „Ich bin bei Ihnen“, sagte sie. „Bleiben Sie ruhig.
Hilfe kommt gleich. “
Der Millionär öffnete die Augen. Sie zuckte zurück, dann beugte sie sich vor. „Geht es Ihnen wieder besser?
Soll ich den Arzt noch mal rufen? “
Er setzte sich langsam auf. Seine Hände zitterten nicht, sein Atem war gleichmäßig. „Es geht mir gut“, sagte er.
„Es war ein Test. “
Sie starrte ihn an. „Ein Test? “
Er erzählte es ihr kurz: die früheren Angestellten, die ihn betrogen hatten, die ständige Angst, wieder enttäuscht zu werden.
Er habe sehen wollen, wie sie reagiert, wenn niemand hinsieht. „Sie hätten weggehen können“, sagte er. „Oder etwas nehmen. Stattdessen haben Sie alles richtig gemacht.
Ohne zu zögern. “
Sie schwieg einen Moment. Dann stand sie auf, strich ihre Schürze glatt. „Das war nicht nötig“, sagte sie leise.
„Ich hätte auch so meine Arbeit gemacht. “
„Ich weiß“, sagte er. „Aber jetzt weiß ich es sicher. Ihre Stelle ist Ihnen sicher.
Und wenn Sie jemals etwas brauchen – sagen Sie es mir. “
Sie nickte. Dann griff sie wieder nach dem Tuch und begann weiterzuputzen. Er blieb noch einen Augenblick sitzen, sah ihr zu, stand dann auf und ging in sein Arbeitszimmer.
Die Tür ließ er offen.


