Ich konnte nicht schlafen. Woche um Woche lag ich wach, der Druck unerträglich. Meine Großmutter hätte gewusst, was zu tun ist. Also griff ich zu zwei Lorbeerblättern, zündete sie an und ließ sie…

Ich konnte nicht schlafen. Woche um Woche lag ich wach, der Druck unerträglich. Meine Großmutter hätte gewusst, was zu tun ist. Also griff ich zu zwei Lorbeerblättern, zündete sie an und ließ sie...

Ich konnte nicht schlafen. Der Druck der letzten Wochen saß tief, und jede Nacht lag ich stundenlang wach. Meine Großmutter hätte gewusst, was zu tun ist. Also griff ich zu dem, was sie immer zur Hand hatte: zwei Lorbeerblätter.

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Ich zündete sie an und ließ sie in einer kleinen Schale glimmen. Zehn Minuten verließ ich den Raum. Als ich zurückkam, hing ein sanfter, würziger Duft in der Luft. Die Anspannung in meinen Schultern ließ nach.

Zum ersten Mal seit langem schlief ich durch. Am nächsten Morgen wollte ich mehr wissen. Ich suchte nach weiteren alten Tricks – und fand eine ganze Welt voller einfacher Lösungen. Der Abend auf dem Balkon war sonst eine Qual.

Mücken stachen, sobald die Dämmerung kam. Ich bereitete eine Aluminiumschale vor, gab gemahlenen Kaffee hinein, legte Lorbeerblätter und frische Minze darauf, träufelte Eukalyptusöl dazu. Dann goss ich etwas Brennspiritus darüber und zündete die Mischung an. Der Rauch stieg auf, dünn und duftend.

Keine einzige Mücke kam in meine Nähe. Ich saß bis spät in die Nacht draußen, ohne Stiche. Meine Orchideen hatten seit Monaten nicht geblüht. Die Blätter hingen schlaff.

Ich zerrieb zehn Lorbeerblätter, mischte sie mit drei Esslöffeln Reis, übergoss alles mit einem halben Liter kochendem Wasser und ließ es zwei Stunden ziehen. Dann pürierte ich die Mischung, seihte sie ab und verdünnte sie mit zweieinhalb Litern Wasser. Mit diesem Dünger goss ich die Orchideen. Nach zwei Wochen erschienen die ersten neuen Knospen.

Nach einem Monat waren die Stängel voller Blüten. Ich zählte nicht mehr mit. Dann bemerkte ich einen dunklen Fleck auf meinem Nagel. Pilz, sagte der Arzt.

Ich erinnerte mich an ein Rezept: Lorbeerblätter im Mixer zerkleinern, mit Olivenöl ansetzen, drei Stunden stehen lassen. Gleichzeitig kochte ich zehn Lorbeerblätter in Wasser, seihte ab, gab Essig dazu. Täglich tauchte ich die Finger fünf Minuten in das Bad, danach massierte ich das Lorbeeröl ein. Der Nagel wurde heller, die Haut um ihn herum glatter.

Nach drei Wochen war der Pilz verschwunden. Meine Knie schmerzten bei jedem Treppensteigen. Ich drehte eine Socke um, legte drei Lorbeerblätter hinein und zog sie vor dem Schlafengehen an. Die Wärme meiner Haut ließ die ätherischen Öle wirken.

Am Morgen war der Schmerz weniger. Nach einer Woche konnte ich wieder durch den Park joggen. Im Badezimmer roch es modrig. Ich schnitt eine Maske auf, füllte sie mit Lorbeerblättern und einem grünen Aroma-Würfel, band sie zu und hängte sie an den Duschkopf.

Das heiße Wasser ließ den Duft in Dampfwolken aufsteigen. Der Schimmel an der Wand trocknete aus. Ich stellte außerdem ein Glas mit Natron und Lorbeerblättern auf die Fensterbank – es zog Feuchtigkeit und Gerüche. Die Luft wurde klar.

Vor dem Schlafengehen strich ich Vaporub auf Lorbeerblätter, klebte sie auf meine Fußsohlen und zog Socken darüber. Die Wärme stieg auf, der Duft beruhigte mich. Ich schlief wie ein Kind. Meine Großmutter hatte recht gehabt.

Ein einziges Lorbeerblatt reichte aus, um so viele Probleme zu lösen. Ich brauchte keine teuren Salben, keine giftigen Sprays. Die Blätter, die in jeder Küche lagen, hielten das ganze Haus gesund. Und wenn ich heute abends die Lampe ausmache, zünde ich manchmal noch ein Blatt an.

Nur um den Duft zu spüren, der mich daran erinnert, dass die einfachsten Dinge oft die wirksamsten sind.