Borussia Dortmunds Sportdirektor Oleburg hat am Freitag in einem Exklusivinterview mit Sky klargestellt, dass die jüngsten Transfergerüchte um den Klub größtenteils erfunden sind. Gleichzeitig kündigte er zwei konkrete Neuverpflichtungen für die Offensive an – ein klares Signal nach Wochen voller Spekulationen. „Die Menge an Falschinformationen in den letzten Tagen war bemerkenswert“, so Oleburg wörtlich.
Der BVB stehe so geschlossen, dass nichts durchsickere.
Doch die Ruhe täuscht: Während der Sportdirektor die Medienlandschaft als „heißluftgeplagt“ bezeichnet, zeichnen sich auf dem Transfermarkt enorme Bewegungen ab. Vor allem die Personalie Jan Diomande sorgt für ein Erdbeben. Nach Informationen von Food Mercator und Fabrizio Romano hat Real Madrid ein Angebot von bis zu 120 Millionen Euro vorgelegt – eine Summe, die den bisherigen Bundesliga-Transferrekord sprengen würde.
Liverpool war zuvor mit 100 Millionen Euro abgeblitzt.
Diomande selbst soll nur die Türen für Real geöffnet haben. Was die Königlichen mit einem weiteren Flügelspieler neben Mbappé, Vinícius und Rodrygo wollen, bleibt rätselhaft. Klar ist: Ein solcher Deal könnte eine Kettenreaktion auslösen.
RB Leipzig als abgebender Klub würde plötzlich über immense Mittel verfügen – und könnte damit erneut in den Poker um den Kölner Angreifer Elmala einsteigen.
Die Lage bei Elmala bleibt verworren. Oleburg bestätigte grundsätzliches Interesse, sprach aber von „wilden Zahlen“ in den Medien. Sky berichtete von 26 Millionen Fix plus Boni, die Bild von 34 Millionen plus sechs Millionen Boni.
Die Fronten zwischen Köln und Dortmund seien verhärtet, hieß es. Der Sportdirektor widersprach: „Wenn wir ein ordentliches Angebot abgeben, wird man eine Lösung finden. “ Ein endgültiger Verhandlungsabbruch sei „unrealistisch“.
Doch der BVB hat auch andere Optionen. Oleburg kündigte gegenüber Sky an: „Wir wissen, was wir wollen. Zwei Offensivpositionen.
“ Namen wie Konstantinos Carzas und Zeit sind im Gespräch. Carzas, der als „Gamechanger“ bezeichnet wird, besitze ein Profil, das in Dortmund schmerzlich vermisst werde. Die Gespräche über Ablösemodalitäten laufen.
Parallel vollzieht Eintracht Frankfurt einen spektakulären Coup. Der kicker berichtet, dass die Verpflichtung von Rafael Onyedika vom FC Brügge auf der Zielgeraden steht. Die Sockelablöse liegt demnach unter 10 Millionen Euro – ein Schnäppchen im Vergleich zu den 30 Millionen vor einem Jahr.
Der 23-Jährige, dessen Vertrag in Brügge bis 2027 läuft, soll in den kommenden Tagen ins Trainingslager nach Grassau reisen.
Für Frankfurt ist dieser Transfer ein Statement. Nach der Verpflichtung von Noel Aseko setzt Krösche nun auf einen erfahrenen Sechser, der genau das Profil mitbringt, das in der vergangenen Saison fehlte. Onyedikas Marktwert wird auf 23 Millionen geschätzt, seine Qualitäten als „kompletter Sechser“ gelten als ideal für das System der Hessen.
Doch die größte Schockwelle kommt aus Leipzig. Sollte Real Madrid die 120 Millionen tatsächlich überweisen, wäre Diomande der teuerste Abgang der Bundesliga-Geschichte. Sportdirektor Oleburg kommentierte dies mit eiserner Miene: „Der Markt ist überhitzt.
Wir müssen mit der Zeit gehen. “ Seine Worte erinnern an frühere Aussagen über astronomische Ablösen.
Die Diskussion um Diomande zeigt, wie verrückt das Transferkarussell in diesem Sommer geworden ist. Während Real Madrid sich personell fast überfüllt, bietet sich ein BVB-Elmala-Deal plötzlich wieder an – wenn Leipzig dank der Diomande-Millionen einsteigt und die Preise in die Höhe treibt.
Oleburg betonte im Interview auch, dass die Spekulationen um Schlüsselspieler wie Felix Metter, Nico Schlotterbeck und Sero Gerassi „heißluft“ gewesen seien. Nationalspieler Metter habe durch die frühe WM der deutschen Mannschaft an Wert verloren, Schlotterbecks Ausstiegsklausel sei am 15. Juli ungenutzt verfallen.
„Am Ende war es viel Wirbel um nichts“, so Oleburg.
Dennoch wartet die gesamte Bundesliga gebannt auf die nächsten Stunden. Der BVB will seine zwei Offensivkräfte bis Ende des Monats präsentieren. Die Namen könnten unterschiedlicher nicht sein: Carzas gilt als teurer Wunschkandidat, Zeit als günstigere Alternative.
In Frankfurt hingegen herrscht Aufbruchstimmung. Onyedika wird voraussichtlich am Montag im Trainingslager erwartet. Der Transfer gilt als „nahezu ausgeschlossen“ von anderen Klubs.
Krösche hat es geschafft, eine Position zu besetzen, die in der Vorsaison als Achillesferse der Eintracht galt.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Oleburgs Ankündigungen substanziell sind oder nur ein weiteres Kapitel in der Sommerkrimiserie des BVB. Fest steht: Der Transfermarkt kocht über – und Dortmund sitzt mittendrin, statt nur dabei zu sein.



