Eines Morgens entdeckte ich eine schwarze Linie auf meiner Küchenarbeitsplatte – Ameisen, Hunderte, die durch die Ritzen der Balkontür marschierten. Ich fegte sie weg, aber sie kamen immer wieder….

Eines Morgens entdeckte ich eine schwarze Linie auf meiner Küchenarbeitsplatte – Ameisen, Hunderte, die durch die Ritzen der Balkontür marschierten. Ich fegte sie weg, aber sie kamen immer wieder....

Die ersten Ameisen entdeckte ich an einem warmen Frühlingsmorgen. Eine schwarze Linie zog sich über die Küchenarbeitsplatte, durch die Ritzen der Balkontür, hinaus in den Garten. Ich versuchte, sie wegzufegen, aber sie kamen immer wieder. Also schnitt ich eine leere Plastikflasche durch, damit ein flacher, niedriger Behälter entstand.

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Mit einem Lötkolben bohrte ich kleine Löcher rund um den unteren Rand. Fünf Teelöffel Natron kamen hinein, dann fünf Teelöffel Puderzucker. Ich goss Wasser dazu und rührte eine flüssige Paste. Die Falle stellte ich genau dort auf, wo die Ameisenströme am dichtesten waren.

Ein wenig von der Mischung goss ich daneben, als Köder. Ich beobachtete, wie die ersten Ameisen zögerten, dann hineinkrochen. Das Natron sollte ihre Verdauung stören, die Säuren in ihrem Körper neutralisieren. Doch nicht alle fielen darauf herein.

Also griff ich zu einem zweiten Mittel. In ein hohes Gefäß goss ich ein Glas Wasser. Ein Esslöffel Nelken – ihr intensiver Duft sollte das Orientierungssystem der Ameisen stören. Ein Esslöffel Zimtpulver bildete eine Duftbarriere.

Essig entfernte Pheromonspuren, und Spülmittel half der Mischung, an Oberflächen zu haften. Ich rührte alles um, füllte es in eine Sprühflasche und besprühte die Küchenschränke, die Eingangstür, die Balkontür. Es wirkte eine Weile. Aber die Ameisen fanden neue Wege.

Also probierte ich einen Trick, den mir ein Nachbar empfohlen hatte. Ich nahm eine Orange und steckte Streichhölzer mit dem Holzende nach innen hinein. Das Holz sollte den Orangenduft freisetzen und verstärken. Die Orange selbst vertrieb die Insekten durch ihr intensives Aroma.

Ich platzierte sie auf dem Ameisenhügel neben der Mülltonne. Einige Tage lang mieden die Ameisen diese Stelle. Doch schon bald krabbelten sie wieder unter der Terrassentür hindurch. Ich erinnerte mich an einen weiteren Hinweis: Vaseline.

Ich schmierte sie in die Ritzen der Türen und Fenster. Vaseline war glatt, die Ameisen konnten sie nicht überqueren. Sie blieben draußen – zumindest für ein paar Stunden. Trotzdem fanden sie immer eine Lücke.

Also streute ich Pfeffer unter die Tür und auf ihre Laufspuren. Für die Ameisen war Pfeffer eine unüberwindbare Barriere. Sie zögerten, drehten um. Ich bestreute großzügig den Eingangsbereich des Hauses.

Es half. Dann rieb ich die untere Türkante mit Seife ein – ganz normale Seife. Auch die Fensterrahmen bekamen eine dünne Schicht. Die Seife wirkte schnell, hinterließ keine Spuren, und die Ameisen mieden diese Stellen weiträumig.

Ich rieb etwas Seife grob, gab die Raspeln in eine Schale und vermischte sie mit einem Esslöffel Instantkaffee. Dann deckte ich die Schale mit Alufolie ab und stach mit einem Zahnstocher Löcher hinein. Ich stellte sie neben die Balkontür, wo niemand darauf trat. Nach ein paar Tagen war die Ameisenstraße verschwunden.

Aber im Garten blieben sie. Also mischte ich ein paar Tropfen ätherisches Öl – Zimtöl – ins Wasser und sprühte es auf den Rasen. Der intensive Duft störte ihre Orientierung und Kommunikation. Sie mieden den Rasen und die Beete.

Auch gemahlenen Zimt streute ich direkt auf ihre Nester. So wurden die Ameisen nach und nach weniger. Jeder Trick war eine kleine Schlacht, aber am Ende blieb nur Stille. Keine schwarze Linie mehr auf der Arbeitsplatte.

Kein Krabbeln unter der Tür. Die Vaseline trocknete ein, der Pfeffer verwehte, die Orange welkte. Doch die Ameisen kamen nicht zurück.