Ich war verzweifelt, als ich zum ersten Mal die endlose Ameisenkolonne an meinem Apfelbaum sah. Sie marschierten den Stamm hinauf, direkt zu den jungen Trieben, wo die Blattläuse das Laub bereits…

Ich war verzweifelt, als ich zum ersten Mal die endlose Ameisenkolonne an meinem Apfelbaum sah. Sie marschierten den Stamm hinauf, direkt zu den jungen Trieben, wo die Blattläuse das Laub bereits...

Als ich zum ersten Mal die Ameisen an meinem Apfelbaum entdeckte, wusste ich, dass ich etwas tun musste. Sie liefen in einer endlosen Kolonne den Stamm hinauf, direkt zu den jungen Trieben, wo die Blattläuse bereits ihr Werk verrichteten. Die Blätter kräuselten sich, verformten sich – der Baum litt. Ich erinnerte mich an einen einfachen Trick, den mir ein Nachbar einmal gezeigt hatte.

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Ein Stück Watte, ein paar Tropfen ätherisches Öl. Die weiche Struktur saugt die Flüssigkeit auf und gibt den Duft nach und nach ab. Ich wickelte die Watte um den Stamm, nicht zu fest, nur so, dass sie gut anlag. Dann nahm ich einen Streifen Alufolie und befestigte ihn locker darüber.

Die Folie reflektierte das Sonnenlicht und bewegte sich leicht im Wind. Es half, aber nicht komplett. Also begann ich, nach weiteren Mitteln zu suchen. Meine Tante zeigte mir einen Trick, den sie selbst von ihrer Großmutter gelernt hatte.

Sie riss ein großes Stück Alufolie ab, gab einen Löffel gemahlenen Kaffee darauf, einen Löffel schwarzen Pfeffer und ein zerrissenes Lorbeerblatt. Dann formte sie eine Kugel, verschloss sie gut und stach mit einem Zahnstocher kleine Löcher hinein. „Stell die Kugel ans Fenster“, sagte sie. „Oder auf die Küchenarbeitsplatte.

Die Gerüche vertreiben die Ameisen. “ Ich probierte es aus. Es roch stark, und tatsächlich: Die Ameisen auf der Fensterbank blieben aus. Doch der Garten war größer.

Der Tisch auf der Terrasse war ein ständiger Ärgernis. Sobald ich etwas Süßes daraufstellte, kamen sie. Meine Tante hatte auch dafür einen Rat: „Stell kleine Schälchen mit Wasser unter die Tischbeine. Ameisen meiden Wasser.

“ Ich nahm Einmachglasdeckel, füllte sie mit Wasser und stellte sie unter die Beine. Es funktionierte wie durch ein Wunder. Selbst ein offener Zuckerstreuer blieb unberührt. Aber die Ameisen im Beet waren hartnäckig.

Ein amerikanischer Trick versprach blitzschnelle Hilfe. Ich schnitt den unteren Teil einer Plastikflasche ab, bohrte mit einem Lötkolben kleine Löcher in den Rand. Fünf Teelöffel Natron, fünf Teelöffel Puderzucker, etwas Wasser – eine flüssige Paste. Die Mischung roch süß, und die Ameisen strömten hinein.

Das Natron störte ihre Verdauung. Ich stellte die Falle neben das Blumenbeet und beobachtete, wie sie sich sammelten. Dann fand ich ein Rezept, das noch stärker wirkte. Ich brachte Wasser zum Kochen, gab eine Mückenspirale hinein, eine Handvoll Nelken, einen Esslöffel grobkörniges Salz.

Nachdem sich alles aufgelöst hatte, nahm ich den Topf vom Herd, fügte ein kleines Glas Alkohol hinzu und ließ es abkühlen. Dann ein paar Tropfen Eukalyptusöl. Die Mischung füllte ich in eine Sprühflasche und besprühte alle Oberflächen, auf denen ich Ameisen sah. Sie verschwanden.

Doch der größte Schaden war immer noch der Obstbaum. Eine Bekannte empfahl mir eine andere Methode. Sie schälte eine Banane, schnitt sie in Stücke und legte sie in ein Glas mit Wasser, Zucker und einem Esslöffel Borsäure. Die Banane sog die Flüssigkeit auf.

Sie legte die Stücke in die Nähe der Ameisenstraßen. „Die Borsäure vertreibt sie endgültig“, sagte sie. Ich probierte es. Die Ameisen nahmen den Köder an, und nach ein paar Tagen war der Baum fast befreit.

Aber ich wollte einen dauerhaften Schutz. Da erinnerte ich mich an den Trick meines Großvaters. Auf seinem Grundstück hatte jeder Baum ein Tuch. Ich nahm ein altes, zerrissenes Tuch und schnitt es in dünne Streifen.

Dann mahlte ich Zimtstangen und Nelken zu feinem Pulver, gab heißes Wasser dazu, einen Esslöffel Knoblauchpulver und Pfefferminztee. Die Mischung ließ ich einige Stunden ziehen. Dann tauchte ich die Stoffstreifen hinein, drückte sie leicht aus und band sie um die Baumstämme. Die Wirkung war überwältigend.

Die intensiven Gerüche von Zimt, Nelken, Knoblauch und Minze bildeten eine undurchdringliche Duftbarriere. Die Ameisen mieden den Baum. Die Blattläuse hatten keine Helfer mehr. Der Baum erholte sich.

Die Blätter entfalteten sich wieder, das Wachstum setzte ein. Heute kontrolliere ich regelmäßig Stamm, Äste und junge Triebe. Alle paar Tage gebe ich etwas ätherisches Öl auf die Watte, damit der Duft intensiv bleibt. Die Alufolie prüfe ich auf festen Sitz.

Und die Tücher erneuere ich, sobald der Geruch nachlässt. Es ist ein Kreislauf aus Beobachten und Handeln. Aber es lohnt sich.

Die Ameisen haben längst gelernt, dass mein Garten kein Ort für sie ist.